Zielsetzung und Aufgaben des Vereins

Ein Kind wird nicht als Pflegekind geboren, sondern dazu gemacht.
Äußerst selten kommt ein Kind schon als gerade frisch Geborenes in die Pflegefamilie. Allermeistens lebt es erst einmal bei seinen Eltern oder einem alleinerziehenden Elternteil
Dabei stellt sich dann irgendwann heraus, daß diese Eltern den Bedürfnissen des Kindes nicht gerecht werden können. Manche Eltern schaffen es von Anfang an nicht, manche geraten in eine persönliche Krise, die sie ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen läßt, andere wiederum sind durch die veränderten Bedürfnisse und Verhaltensweisen eines älter werdenden Kindes überfordert.
Für die Kinder bedeutet dies jedoch immer, daß sie Eltern erleben, die ihrer elterlichen Verantwortung und ihrer elterlichen Aufgabe nicht gerecht werden. Kinder erleben (schwerste) Vernachlässigung, Desinteresse, Gleichgültigkeit, Mißhandlungen, Überforderungen, Mißbrauch, Trennungen.
Sie erleben unzuverlässige, unverlässliche Eltern, denen sie nicht vertrauen können. Das Verhalten dieser Eltern flößt ihnen Angst ein, Unsicherheit, Verwirrung.
Diese Kinder lernen, daß sie eher sich selbst vertrauen können als den Erwachsenen. Sie entwickeln Verhaltensweisen, die ihnen helfen, ihre Probleme zu bewältigen.

Ein Pflegekind ist ein Kind, das nicht in seiner Ursprungs- bzw. Herkunftsfamilie lebt sondern in einer anderen Familie (Pflegefamilie). Die Zeit des Aufenthaltes des Pflegekindes in der Pflegefamilie ist unterschiedlich. Sie beginnt mit einer zeitlich kurzen Frist z.B. Erkrankung oder Kuraufenthalt der Mutter bis hin zu vielen Jahren, manchmal auch der gesamten Kindheit.
Hier unterscheiden wir verschiedene Pflegeformen, die sich über diese unterschiedliche Zeitspanne und dem damit in Zusammenhang stehenden unterschiedlichen Auftrag an die Pflegefamilie definieren.
Lebt ein Kind kürzere Zeit in einer Pflegefamilie, so ist es für alle Beteiligten klar, daß die leiblichen Eltern auch im Gefühl und Kopf des Kindes "seine" Eltern also Mama und Papa bleiben.
Lebt ein Kind jedoch lange Zeit in der Pflegefamilie, so wird das Kind zu den Pflegeeltern enge Beziehungen eingehen und diese Eltern zu Mama und Papa machen. Idealerweise bleiben die Pflegekinder auch in der Pflegefamilie in regelmäßigem Kontakt zu den leiblichen Eltern. Dies ist jedoch von der individuellen Situation abhängig.
Durch die unterschiedlichen Vorgeschichten der Pflegekinder kommt es in den Pflegefamilien zu den unterschiedlichsten Problemen sowohl bei der körperlichen Gesundheit der Kinder als auch bei der psychischen Belastung innerhalb der Familie.

Der Förderverein Pflegefamilien Darmstadt-Dieburg hat sich gegründet, um die immer schwieriger werdende Situation der Aus- und Weiterbildung und Unterstützung von Pflegefamilien durch Rat, Tat und finanzielle Unterstützung zu fördern.
Wir arbeiten hier eng mit den Mitarbeitern des Pflegekinderdienstes des Jugendamtes des Landkreises Darmstadt-Dieburg zusammen. Selbstverständlich bleibt hierbei die Anonymität der vom Jugendamt ausgesuchten Pflegefamilien oberstes Gebot.

Folgende Fördermöglichkeiten sieht der Verein momentan:


Weitere Fördermöglichkeiten ergeben sich durch Anregungen und Ideen aus dem Kreis der Vereinsmitglieder sowie durch Beratungsgespräche mit den Mitarbeitern sowie dem Sachgebietsleiter und dem Amtsleiter des Jugendamtes.

Der Verein ist selbstlos tätig und finanziert sich in der Hauptsache durch finanzielle- und Sachspenden.